Presseerklärung 16. August 2002
Düsseldorf: Appell von 100 Persönlichkeiten und Menschenrechtsorganisationen: Für ein humanitäres Bleiberecht der ROMA Das Herumschubsen und Herausdrängen von Minderheiten muss enden!
Über 100 bekannte Persönlichkeiten und Organisationen haben in Düsseldorf einen eindringlichen Appell für ein humanitäres Bleiberecht der Roma veröffentlicht. Zu den Unterzeichnern gehören u. a. Günter Grass, Eva Pankok, Günter Wallraff, Die Toten Hosen, Aktion Courage, Landesflüchtlingsräte der Bundesarbeitsgemeinschaft PRO ASYL, das Ökumenische Netzwerk Asyl in der Kirche, "Kein Mensch ist illegal", Internationale Liga für Menschenrechte, Komitee für Grundrechte und Demokratie, Düsseldorfer Appell und Düsseldorfer Friedensforum. In dem Aufruf werden Bundesregierung, Innenministerium und die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft aufgefordert · sich für einen sofortigen Abschiebestopp für Roma und andere Minderheitenangehörige aus dem ehemaligen Jugoslawien einzusetzen, · für eine humane Altfallregelung/Schlußstrich-Regelung einzutreten, die den Menschen, die seit Jahren hier leben, die hier geboren und mit ihren Familien hier integriert sind, eine sinnvolle Lebensperspektive anbietet.
Irene Dulz vom Flüchtlingsrat NRW erklärte dazu: "Wir erwarten von der Politik, dass sie die berechtigten Anliegen der Roma ernst nimmt, dass sich jeder Politiker auf seiner Ebene für zuständig erklärt und an konstruktiven Lösungen mitgestaltet. Es muss sichergestellt sein, dass vor Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes mögliche Lösungen nicht versperrt und ? etwa durch Abschiebungen - vollendete Tatsachen geschaffen werden." PRO ASYL Vorstandsmitglied Heiko Kauffmann erinnerte an die Wahlversprechen der Parteien: "Alle Parteien sprechen von Integration und einem ‚weltoffenen Deutschland'. Die Politik muss jetzt Farbe bekennen: im Umgang mit den hier lebenden Minderheiten wie den Roma zeigt sich, wer es wie ernst mit Menschenrechten und Integration meint." Isabel Basterra vom AK Asyl NRW hob die Offenheit und das Verständnis der Öffentlichkeit und der Medien für die Anliegen der Roma hervor: "In einer weltoffenen Stadt wie Düsseldorf sollte auch der Oberbürgermeister wissen, was er deren Ruf schuldet. Wir erwarten eine menschliche, humanitäre Reaktion, die seinem Amt und seiner Verantwortung gerecht wird."
gez. Isabel Basterra gez. Heiko Kauffmann gez. Irene Dulz AK Asyl NRW PRO ASYL Flüchtlingsrat NRW
Für weitere Informationen stehen Ihnen Heiko Kauffmann (Tel.: 02132-760 487, Fax: 02132-760 488, mobil: 0172-2448241), Irene Dulz (Tel.: 0201-899 080, mobil: 0162-75 72 772) und Isabel Basterra (0211-77 93 607, mobil: 0171-4570109) zur Verfügung. |